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PODCAST-Folge über Traumasensibles Arbeiten in Ergotherapie und Physiotherapie

  • Autorenbild: Katja @ coitoergosum
    Katja @ coitoergosum
  • vor 8 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Podcast Cover für Podcast Coitoergosum für einen souveränen Umgang mit Sexualität

Trauma begegnet uns im therapeutischen Alltag häufiger, als viele denken. Nicht immer offensichtlich — manchmal als Anspannung im Körper, als Rückzug, als unerwartete Reaktion auf eine Berührung.


Wer als Ergotherapeut:in oder Physiotherapeut:in professionell und schützend arbeiten möchte, kommt am Thema Traumasensibilität nicht vorbei.


In dieser Podcast-Folge spreche ich gemeinsam mit meiner Kollegin Ann-Kathrin Foß, Beckenbodenphysiotherapeutin und Co-Leiterin unserer Fortbildung zum:zur Fachtherapeut:in für sexuelle Gesundheit, über genau das: traumasensibles Arbeiten in unseren beiden Berufsfeldern — und was das konkret im therapeutischen Alltag bedeutet.



Was ist überhaupt ein Trauma?


Trauma ist nicht gleich Trauma. Der Begriff wird im Alltag oft für belastende Erlebnisse jeder Art verwendet — in der Fachsprache meinen wir damit etwas Spezifischeres: eine Erfahrung, die das Nervensystem überwältigt und nicht vollständig verarbeitet werden konnte.

Das kann ein einzelnes einschneidendes Ereignis sein — ein Unfall, eine Gewalterfahrung, ein Verlust. Es kann aber auch etwas sein, das sich über lange Zeit wiederholt hat: emotionale Vernachlässigung, chronische Überforderung, ein Aufwachsen in einem unsicheren Umfeld. Beide Formen hinterlassen Spuren — im Erleben, im Verhalten, im Körper.


Für Therapeut:innen und Klient:innen ist gleichermaßen wichtig zu verstehen: Trauma ist keine Charakterschwäche und kein Versagen. Es ist eine nachvollziehbare Reaktion des Nervensystems auf eine Situation, die es alleine nicht bewältigen konnte.


Was bedeutet Trauma Sensibilität in Ergotherapie & Physiotherapie praktisch?


Sicherheit vor Technik. Bevor irgendeine therapeutische Intervention wirksam sein kann, braucht die Person das Gefühl, sicher zu sein — im Raum, in der Beziehung, mit uns als Therapeut:in. Das ist keine Selbstverständlichkeit für Menschen mit Traumaerfahrungen.


Den Körper ernst nehmen. Trauma speichert sich im Körper — das ist inzwischen gut belegt. Körperliche Reaktionen wie Anspannung, Erstarren oder Dissoziation sind keine Störungen des therapeutischen Prozesses. Sie sind Information.


Kontrolle und Wahlmöglichkeit geben. Traumatisierte Menschen haben oft Situationen erlebt, in denen sie keine Kontrolle hatten. In der Therapie bedeutet Traumasensibilität deshalb auch: Immer wieder Wahlmöglichkeiten anbieten, Tempo gemeinsam bestimmen, nichts ohne Zustimmung.


Eigene Reaktionen wahrnehmen. Als Therapeut:in bringen wir uns selbst mit in den Raum. Traumasensibles Arbeiten schließt die eigene Reflexion ein — was löst diese Person in mir aus? Was nehme ich körperlich wahr? Wo brauche ich Supervision?



Das Besondere bei der Arbeit mit traumatisierten Menschen im Bereich sexuelle Gesundheit

Wenn Sexualität und Trauma zusammentreffen — und das tun sie in unserer Arbeit regelmäßig — braucht es besondere Sorgfalt. Sexuelle Traumatisierungen gehören zu den häufigsten und gleichzeitig am wenigsten angesprochenen Themen im therapeutischen Kontext.


Für Ergotherapeut:innen und Physiotherapeut:innen, die im Bereich sexuelle Gesundheit arbeiten, ist Traumasensibilität deshalb keine optionale Zusatzqualifikation — sie ist ein Grundprinzip professionellen Handelns.


Ann-Kathrin Foß, Beckenboden Physiotherapeutin und Katja Stolte, Ergothrapeutin

Ann-Kathrin und ich erleben das beide in unserer täglichen Arbeit: in der Praxis, in der Fortbildung, in der Begleitung von Kolleg:innen. Und wir sind überzeugt: Wer traumasensibel arbeitet, arbeitet wirksamer — und schützender, für die Klient:innen und für sich selbst.


Diese Folge ist der Auftakt einer Podcast-Serie zu sexueller Gesundheit im therapeutischen Arbeiten, die Ann-Kathrin und ich gemeinsam gestalten. Wir nehmen euch mit — aus zwei Perspektiven, zwei Berufsfeldern, einer gemeinsamen Haltung.

Jetzt auf Spotify hören - Traumasensibles Arbeiten in Ergotherapie und Physiotherapie.


Mehr von uns - Ergotherapie meets Physiotherapie meets Traumasensibilität

Wenn dich das Thema bewegt und du tiefer einsteigen möchtest:

Gemeinsam leiten Ann-Kathrin und ich die 11-tägige Fortbildung zur Fachtherapeut:in für sexuelle Gesundheit — offen für Ergo- und Physiotherapeut:innen. Außerdem gibt es unsere Kurzfortbildung zu Sexualität, Intimität und Beziehung in Ergotherapie und Physiotherapie — für einen ersten strukturierten Einstieg.


Alle Infos findest du findest Du hier auf meiner Website.


Katja Stolte Ergotherapeutin, arbeitet traumasensibel.

Ich bin Katja Stolte, Ergotherapeutin B.Sc. mit Fachpraxis für psychische und sexuelle Gesundheit in Berlin. Gemeinsam mit Ann-Kathrin Foß leite ich die Fortbildung zur Fachtherapeut:in für sexuelle Gesundheit und begleite Therapeut:innen dabei, Sexualität professionell in ihren Arbeitsalltag zu integrieren.

Ich biete außerdem Supervision für Therapierende an, die Unterstützung in ihrer Arbeit suchen. In meinem Podcast spreche ich mit Menschen über Sexualität.




Hört rein, habt Spaß und nehmt hoffentlich viel Input mit: Für einen souveränen Umgang mit Sexualität - coitoergosum.


Feedback, Fragen & Anregungen: podcast@coitoergosum.de


 
 
 

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