• Katja @ coitoergosum

Sexualberatungs-Ausbildung Block 1: Emotionale Offenbarung an der Rauhfaser

Der erste Block meiner Sexualberaterin-Ausbildung am SoHam ist gelaufen und ich kann nicht anders als es mit Euch zu teilen. So viel positive Gefühle, die mich touchieren, habe ich lange nicht mehr spüren können. Rote Wangen, warmer Bauch und ne Riesen Lust, das alles runter zu schreiben, so here we go!




Kurz auf Start: Seit Beginn letzten Jahres (2020) lechzte ich nach Austausch zum Thema Sexualität und entschied mich nach langem hin und her kurz vor Korkenknall für die Ausbildung am SoHam bei Susanna-Sitari Rescio (Was für ein Name!).


Ich hatte mich viel ausgetauscht, Info-Veranstaltungen an Sexual-Instituten besucht, meine

Instagram-Idole interviewt und am Ende fiel meine Entscheidung auf diese Ausbildung. da sie etwas sinnliches in mir ansprach. Nachdem ich anfangs erst mit einem Master in Sexologie liebäugelte , dann aber abgelehnt wurde, reifte irgendwann der Gedanke: das ist vielleicht gar nicht so schlecht, wenn Dir alter Kopfnuss mal ein bisschen der kognitive Part bei dem Thema genommen wird. Den hatte ich mir bis dato auch eher gesucht, da das eben immer erstmal mein erster Zugang ist.


Nach einigen Gesprächen mit meiner geschätzten Kollegin Ann-Kathrin (Liebe Grüße!) fiel die Wahl nun auf das SoHam. 6 Wochenenden á 3 Tage verteilt über das Jahr mit Grundlagen der Sexologie, weiblicher und männlicher Sexualität, Aspekte der Beziehungssexualität und supervidierten Einheiten. Klang nach einer runden Sache und einem guten Einstieg für mich.

Jetzt sind die ersten Tage des ersten Blocks gelaufen und ich spüre: alles richtig gemacht. Auch wenn es vermutlich kein falsch gab. Es waren aktuell zwei spannende Tage mit einem Mix aus Selbsterfahrung durch Körperreisen, gemeinsamen Gesprächen in Breakout Sessions - und ja, man bekommt das echt überraschend gut hin, sich online intim auszutauschen, ohne sich zu kennen - sowie nahrhaftem Input durch Susanna. Schon nach zwei Tagen: mindblowing.


Eins ist klar: es wird eine sehr spannende Reise. Dass ich mich besser kenne lernen würde im Rahmen dieser Ausbildung, hatte ich schon in Verdacht. Aber wie sehr ich an meine Grenzen gebracht würde, erschloss sich jetzt schon bei einer der ersten Übungen, einer sogenannten Körperreise.

„Nun stellt Euch mal alle an die Wand mit Beinen, Po, Rücken, Schultern - und fangt an Euch leicht zu bewegen, erst langsame kleine Bewegungen, die dann größer werden, dann wieder kleiner usw.“. Mal reinstürzen, mal wahrnehmen was da so kommt. Und alter Schwede, WAS da kommt!

Eine Welle an Traurigkeit und Sehnsucht zugleich nach Berührung, die mir seit Beginn der Pandemie so sehr fehlt. Genau die Traurigkeit und Sehnsucht, die ich im Alltag immer so schön durch Arbeit und Arbeit und evtl. noch ein bisschen Arbeit (hilft bestimmt) kaschiert kriege. Während die Krokodilstränen so langsam zu einer salzigen Kruste werden, überrollt mich die nächste Welle: huch, es wird wohlig warm, die Bewegungen werden flüssiger und: ich bekomme Lust. Lust mich zu bewegen, Lust zu fließen, Lust auf Austausch. Aber auch Lust danach Für-Mich-Zu-Sein. Lust zu schreiben. Und das hab ich jetzt gemacht.

Muss jetzt auch los, hab noch ein Date mit der Rauhfasertapete.