• Katja @ coitoergosum

Für mehr Sexuelle Bildung in der Ergotherapie: #MeetTheScientist mit Jana Dittmer

Es gibt bsiher leider sehr wenig Literatur über Sexualität in der Ergotherapie. Das macht´s mitunter zu einer Herausforderung, darüber Forschungsarbeiten zu schreiben.

Doch es ist möglich: zum Beispiel mit Literatur aus den Bezugswissenschaften oder Expert:innen- Interviews. Ein solches habe ich vor kurzem mit Jana Dittmer geführt. Sie steckt inmitten ihrer Ergotherapie-Ausbildung und ist schon jetzt von Kopf bis Fuß auf "Sexualität(en)" eingestellt. Weil´s mein Herz erwärmt, wenn angehende Therapeut:innen sich der sexuellen Bildung widmen und das auf keinen Fall in der Schublade verschwinden darf, gibt´s heute spontan eine neue Ausgabe #Meetthescientist !


Wer bist Du und was machst Du?

Jana Dittmer, 27 Jahre alt, Ausbildung zur staatl. anerkannten Ergotherapeut:in (davor Studium der Erziehungswissenschaften).


Du hast eine wissenschaftliche Arbeit über Sexualität geschrieben.

Worum ging es genau?

Von „sex sells“ zu „sex tells“ – auch im Klassenzimmer der Ergotherapeut:innen!

Besprechbarkeit von sexualitätsbezogenen Themen in der Ergotherapie Aus- und Weiterbildung. Orientiert habe ich mich dabei am Wheel of Consent von Betty Martin.




Wie bist Du auf Dein Thema gekommen?

Durch meine pädagogische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bei diversen Trägern neben meinem Studium, bei der ich gemerkt habe, wie sehr das Thema Sexualität(en) tabuisiert wird. Als ich diese Tabuisierung dann in der Ergotherapie Ausbildung verstärkt wahrgenommen habe, war ich irritiert bis geschockt. Dieser Schock diente mir als Motivation, Dich Katja, um ein Interview zu bitten.

Aus diesem Interview ist dann die vorliegende Arbeit entstanden.


In 2-3 Sätzen: was hast Du herausgefunden?

Allgemein ist die Implementierung von sexualitätsbezogenen Themen in den Lehrplan der Ergotherapie Schulen unter Anderem von folgenden Schwierigkeiten geprägt: als Kind erlernte Reaktionen von Scham und Abwehr sowie dem Fehlen geschulter Fachkräfte und eines passenden Faches (wie z.B. sexuelle Bildung). Einerseits erschwert das ein Einbeziehen solcher Themen generell, andererseits ist das Implementieren von sexualitätsbezogenen Themen anhand des Konsensrads von Betty Martin in den ergotherapeutischen Lehrplan aufgrund der Verstehbarkeit und der freien Verfügbarkeit von Erklärtexten sowie -videos des Modells sehr gut möglich.


Hier kannst Du Dir Janas Arbeit als PDF anschauen:

Sexualität(en) in der Ergotherapie_Dittmer_ET321
.pdf
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Gab es Überraschungen oder völlig neue Erkenntnisse für Dich?

Ich habe das Wort Sexualität abgelegt und spreche nun von Sexualität(en), da es nicht die eine Sexualität gibt.


Any Fun Facts?

Ich liebe es, über Sex(ualitäten) zu reden. Weswegen ich in meiner Klassengruppe schon nach kurzer Zeit den Ruf einer "Sexpertin" hatte.


Hat Deine Arbeit Dich in Deiner jetzigen Tätigkeit beeinflusst?

Ja, da ich nun dafür sorgen möchte, sexuelle Bildungin die Ergotherapie zu integrieren.


Hast Du Empfehlungen für Therapeut:innen, die Du aus Deiner Arbeit ableiten kannst?

Vernetzt euch mit euren Vorbildern sowie mit Expert:innen und Lai:innen. Gemeinsam sind wir mutiger!


Was würdest Du Dir für die Zukunft wünschen?

Mehr Mut, über Grenzen zu denken, zu fühlen und zu reden.



Danke Jana für Deine Arbeit und Deinen Mut, sie mit uns zu teilen!


Das Thema Sexualität in der Ergotherapie bespreche ich auch in meinen Workshops und Fortbildungen.